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Top 10 Brauereien in München

München ist die Stadt, in der das moderne Brauen erfunden wurde. Gabriel Sedlmayr bei Spaten und Anton Dreher in Wien haben 1841 gemeinsam das helle Lagerbier entwickelt, das die Welt veränderte. Die sechs Münchner Festbrauereien — Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten — haben nicht nur die Stadt, sondern die globale Bierkultur geprägt. Dazu kommen Traditionsbrauereien in Klöstern und Bergen ringsum sowie eine wachsende Craft-Szene, die bayerische Präzision mit modernen Stilen verbindet.

1. Augustiner-Bräu, München

Augustiner ist die älteste selbstständige Münchner Brauerei (1328, ursprünglich von Augustinermönchen gegründet) und die letzte große Festbrauerei in Privatbesitz. Das Edelstoff ist ein helleres Vollbier mit weichem Malzkörper; das Lagerbier Hell ist der Alltagstrinker. Das Augustiner-Festzelt auf der Wiesn gilt als das bodenständigste — keine Bands, keine Touristenfallen. Das Helles vom Holzfass in ausgewählten Wirtshäusern ist ein Pflichtpunkt für jeden München-Besucher.

2. Paulaner, München

Die Paulaner-Mönche brauten im 17. Jahrhundert ihr Starkbier "Salvator" für die Fastenzeit. Das Paulaner Hefeweizen und das Paulaner Oktoberfest-Märzen sind heute international die bekanntesten Vertreter des bayerischen Bierstils. Die Brauerei exportiert in über 70 Länder und hat im Nockherberg eine eigene Brauereianlage mit Biergarten. Das Starkbierfest am Nockherberg im März ist für Münchner eine festliche Institution.

3. Spaten-Franziskaner-Bräu, München

Spaten gilt als Geburtsort des Märzens in seiner modernen Form — 1841 von Gabriel Sedlmayr gebraut. Das Franziskaner Weissbier und das Spaten Oktoberfest sind nationale Aushängeschilder; das Spaten Premium Lager ist ein sauberes, exportorientiertes Helles. Spaten gehört heute zu AB InBev, braut aber in München nach traditionellen Rezepturen.

4. Hofbräuhaus München

Das Hofbräuhaus am Platzl ist das bekannteste Bierlokal der Welt und seit 1589 staatliche Brauerei. Das HB Original Helles und das Hofbräu Dunkel sind die Kernprodukte; das Maibock erscheint Ende April als saisonales Starkbier. Wer das Hofbräuhaus als bloße Touristenfalle abtut, verpasst eine echte Institution der bayerischen Biergeschichte — der Schwemme-Saal ist im Januar unter der Woche manchmal noch beinahe authentisch.

5. Hacker-Pschorr, München

Hacker-Pschorr entstand aus der Fusion zweier historischer Brauereien und gehört heute zur Paulaner-Gruppe. Das Hacker-Pschorr Münchner Gold und das Kellerbier sind die zugänglichen Alltagsprodukte; das Hacker-Pschorr Animator Doppelbock ist ein Starkbier-Klassiker. Das Hackerhaus in der Sendlinger Straße ist eine traditionelle Münchner Gaststätte mit hausgebräutem Flair.

6. Löwenbräu, München

Löwenbräu ist eine der bekanntesten deutschen Biermarken weltweit und seit 1383 urkundlich erwähnt. Das Löwenbräu Original ist ein klassisches Münchner Helles; das Löwenbräu Triumphator Doppelbock ist ein ausgezeichnetes Starkbier. Löwenbräu gehört heute zur Spaten-Löwenbräu-Gruppe (AB InBev), braut aber weiterhin in München.

7. Tegernseer Brauhaus, Tegernsee (nahe München)

Tegernsee — 50 Kilometer südöstlich von München — braut seit dem 8. Jahrhundert im ehemaligen Benediktinerkloster. Das Tegernseer Spezial und das Tegernseer Hell sind in München weit verbreitet und gelten als Zeichen bewussten Konsums: keine Konzernbrauerei, sondern ein regional verwurzeltes Qualitätsprodukt. Ein Ausflug an den Tegernsee mit Einkehr im Klosterwirt ist ein klassischer Münchner Sonntag.

8. Andechs Klosterbräu, Andechs

Das Benediktinerkloster Andechs auf dem "Heiligen Berg" oberhalb des Ammersees braut seit dem 15. Jahrhundert. Das Andechser Doppelbock Dunkel mit 7 % ist eines der besten Vertreter des Stils in Bayern; das Andechser Spezial Hell und das Weissbier dunkel sind die zugänglicheren Produkte. Die Kombination aus Klosterbesuch, Ammerseeblick und Klostergasthof ist für München-Besucher ein Pflichttagesausflug.

9. Forschungsbrauerei, München-Perlach

Die Forschungsbrauerei in Perlach ist ein Überbleibsel aus dem 20. Jahrhundert, als Brauereien noch forschen, nicht nur produzieren sollten. Das Jakobator Doppelbock ist das bekannteste Produkt — ein dunkles Starkbier mit erdiger, pflaumiger Komplexität. Die Brauerei ist klein, hat aber eine treue Stammkundschaft, die sie als Alternative zu den großen Festbrauereien schätzt.

10. Crew Republic Brewery, München-Feldmoching

Crew Republic ist Münchens wichtigste Craft-Brauerei im amerikanischen Sinne: West-Coast-IPAs, Double IPAs, Hazy-IPAs aus Bayern. Das Crew Republic Drunken Sailor IPA und das Monkey's Fist West Coast IPA zeigen, dass München auch Hopfenbier jenseits des Reinheitsgebots kann. Die Brauerei in Feldmoching hat einen Taproom, der die Münchner Craft-Fangemeinde — kleiner als in anderen europäischen Großstädten, aber vorhanden — anzieht.

Oktoberfest und die sechs Festbrauereien

Nur Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten dürfen auf der Wiesn ausschenken — eine Regelung, die bis 1867 zurückgeht. Die Festzelte unterscheiden sich in Charakter erheblich: Augustiner gilt als authentisch, Käferzelt als teuer-exklusiv, das Hofbräuzelt als touristisch. Wer das Oktoberfest ohne Reservierung besucht, kommt dienstags oder mittwochs früh morgens — dann sind noch Plätze frei.

Auf der Karte erkunden

Münchner Brauereien liegen im Stadtgebiet verstreut; Andechs und Tegernsee sind Tagesausflüge. Die interaktive Karte zeigt alle eingetragenen Standorte. Karte öffnen